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Hybridrassen – Trend, Versprechen oder wirklich durchdachte Zucht?

Warum ich sogenannte Designer Dogs zunehmend kritisch betrachte

In letzter Zeit erreichen mich immer häufiger Nachrichten und Kommentare wie:

„Wenn du deinen Mini Aussie mit einem Pudel kreuzen würdest, würde ich sofort einen nehmen!“

„Ein Aussie-Labrador aus deiner Zucht wäre mein absoluter Traumhund.“

„Hast du schon einmal darüber nachgedacht, Aussiedoodles zu züchten?“

Und tatsächlich scheint die Nachfrage nach sogenannten Hybridrassen, Designer Dogs oder Doodles immer größer zu werden.

Labradoodle, Aussiedoodle, Goldendoodle, Bernedoodle, Cavapoo, Cockapoo, Maltipoo – die Liste lässt sich mittlerweile nahezu beliebig fortsetzen.

Dabei möchte ich gleich zu Beginn eines ganz deutlich sagen:

Ich habe überhaupt nichts gegen Mischlingshunde.

Ein Hund ist nicht weniger wertvoll, weniger liebenswert oder weniger besonders, nur weil er keiner bestimmten Rasse angehört.

Es gibt fantastische Mischlingshunde mit wunderbarem Charakter, hervorragender Gesundheit und einer besonderen Bindung zu ihren Menschen.

Meine Kritik richtet sich deshalb ausdrücklich nicht gegen diese Hunde und auch nicht gegen deren Halter.

Was ich jedoch zunehmend kritisch sehe, ist die gezielte Produktion von Kreuzungen zweier gerade besonders gefragter Rassen, die anschließend mit einem neuen, möglichst attraktiven Namen versehen und teilweise mit Versprechungen vermarktet werden, die genetisch überhaupt nicht garantiert werden können.

Und genau darüber möchte ich in diesem Beitrag sprechen.

🧬 50 % Aussie + 50 % Labrador = das Beste aus beiden Welten?

Eine der Aussagen, die man bei Hybridrassen besonders häufig hört, lautet:

„Man verbindet einfach das Beste aus beiden Rassen.“

Das klingt zunächst wunderbar.

Man nehme beispielsweise:

einen Australian Shepherd mit seiner Intelligenz, Menschenbezogenheit und Arbeitsfreude,

einen Labrador mit seiner Freundlichkeit und vermeintlichen Gelassenheit,

und heraus kommt ein Hund, der genau die positiven Eigenschaften beider Rassen vereint.

Wenn Genetik so funktionieren würde, wäre Hundezucht tatsächlich erstaunlich einfach.

Aber genau das tut sie nicht.

Ein Welpe bekommt zwar genetisches Material von beiden Elternteilen – aber wir können nicht bestimmen, welche Eigenschaften in welcher Kombination und Intensität auftreten.

Man kann nicht bestellen:

50 % Arbeitsfreude vom Aussie,
50 % Gelassenheit vom Labrador,
die Fellqualität des Pudels,
den Körperbau des Labradors,
die Größe des Mini Aussies
und selbstverständlich nur die gesundheitlichen Vorteile aller beteiligten Rassen.

Genetik funktioniert nicht wie ein Baukastensystem.

Viele Eigenschaften eines Hundes sind komplex und werden nicht von einem einzigen Gen bestimmt. Hinzu kommen Umwelt, Aufzucht, Sozialisation, Erfahrungen und individuelle Entwicklung.

Selbst Geschwister innerhalb eines einzigen Wurfes können sich später erheblich in Wesen, Körperbau, Größe, Fell, Arbeitsverhalten oder Sensibilität unterscheiden.

Die genetische Vielfalt innerhalb und zwischen Hunderassen ist enorm, und jahrzehntelange beziehungsweise jahrhundertelange Selektion hat innerhalb einzelner Rassen bestimmte körperliche und verhaltensbezogene Merkmale gefestigt. (Nature)

Genau deshalb halte ich Aussagen wie

„Das Beste aus zwei Rassen“

für viel zu vereinfachend.

🐕 Zwei unterschiedliche Rassen bringen zwei unterschiedliche Pakete mit

Nehmen wir als Beispiel einen Mini Aussie beziehungsweise Australian Shepherd und einen Labrador Retriever.

Beides können fantastische Hunde sein.

Aber beide Rassen wurden ursprünglich für vollkommen unterschiedliche Aufgaben selektiert.

Der Australian Shepherd ist ein Hüte- und Arbeitshund. Viele Vertreter bringen entsprechend Arbeitsbereitschaft, Sensibilität gegenüber ihrer Umwelt, Aufmerksamkeit, schnelle Auffassungsgabe und teilweise auch Kontroll- oder Hüteverhalten mit.

Der Labrador Retriever dagegen stammt aus einem anderen Arbeitsbereich und wurde unter anderem für die Zusammenarbeit mit dem Menschen und das Apportieren gezüchtet.

Beide Rassen bringen also nicht nur unterschiedliche Optik mit, sondern auch unterschiedliche genetisch beeinflusste Anlagen.

Was passiert nun bei einer Kreuzung?

Vielleicht entsteht tatsächlich ein wunderbarer Familienhund.

Vielleicht entsteht aber auch ein Hund, der die hohe Reaktivität und Arbeitsbereitschaft der einen Seite mit der körperlichen Kraft, Aktivität oder dem Jagdinteresse der anderen Seite kombiniert.

Das muss überhaupt nichts Negatives sein.

Aber es ist möglicherweise etwas völlig anderes als das, was dem zukünftigen Käufer aufgrund eines schönen Namens suggeriert wurde.

Ein „Aussiedor“ besitzt nicht automatisch ein klar definiertes Wesen.

Ein „Aussiedoodle“ bekommt nicht automatisch die Intelligenz des Aussies und ausschließlich die gewünschten Eigenschaften des Pudels.

Und ein „Labradoodle“ ist nicht automatisch ein unkomplizierter Labrador mit nicht haarendem Pudelfell.

✂️ Auch das Fell lässt sich nicht einfach bestellen

Gerade bei Doodle-Kreuzungen spielt die Fellstruktur bei vielen Interessenten eine große Rolle.

Ein häufiger Wunsch lautet:

„Ich möchte einen Hund wie einen Labrador oder Aussie – aber er soll möglichst nicht haaren.“

Auch hier sollte man vorsichtig sein.

Bei Kreuzungen können unterschiedliche Fellstrukturen entstehen. Das betrifft nicht nur die Optik, sondern beispielsweise auch Unterwolle, Lockenstruktur, Haarwechsel und Pflegeaufwand.

Und auch der Begriff „hypoallergen“ sollte mit großer Vorsicht verwendet werden.

Eine Untersuchung zu vermeintlich hypoallergenen und nicht hypoallergenen Hunden fand keine ausreichende Grundlage dafür, bestimmte Hunderassen grundsätzlich als hypoallergen zu bezeichnen. Hundeallergene befinden sich zudem nicht ausschließlich im Fell. (PubMed)

Ein Doodle ist daher nicht automatisch die sichere Lösung für Menschen mit Hundeallergien.

Auch das sollte meiner Meinung nach bei der Beratung zukünftiger Besitzer offen kommuniziert werden.

⚠️ „Mischlinge sind automatisch gesünder“ – stimmt das?

Ein weiteres sehr häufiges Argument für Hybridrassen ist der sogenannte Hybrid-Vigor beziehungsweise Heterosis-Effekt.

Die Grundidee dahinter ist nicht falsch.

Eine größere genetische Vielfalt kann durchaus Vorteile haben.

Viele moderne Hunderassen entstanden aus vergleichsweise begrenzten Populationen. Flaschenhälse, geschlossene Populationen und die intensive Nutzung einzelner erfolgreicher Zuchttiere können die genetische Vielfalt innerhalb einer Rasse reduzieren. Das kann wiederum dazu beitragen, dass bestimmte genetisch bedingte Erkrankungen innerhalb einer Population häufiger auftreten. (Nature)

Daraus aber den Schluss zu ziehen:

„Mischling = automatisch gesünder“

ist wissenschaftlich nicht haltbar.

Eine große Untersuchung mit mehr als 27.000 Hunden verglich verschiedene erbliche Erkrankungen bei Rasse- und Mischlingshunden. Bei 13 der untersuchten Erkrankungen zeigte sich kein Unterschied zwischen beiden Gruppen. Zehn Erkrankungen traten häufiger bei Rassehunden auf, während eine untersuchte Erkrankung häufiger bei Mischlingen vorkam. Das zeigt bereits, wie viel differenzierter das Thema betrachtet werden muss. (PubMed)

Noch interessanter für die Diskussion über Designer Dogs ist eine 2024 veröffentlichte Untersuchung zu Labradoodles, Cockapoos und Cavapoos und ihren jeweiligen Ausgangsrassen.

Dabei wurden 9.402 Hunde und insgesamt 57 häufige Gesundheitsstörungen betrachtet. Bei 86,6 % der Vergleiche gab es keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Designer-Kreuzungen und ihren jeweiligen Ausgangsrassen. Bei einigen Erkrankungen schnitten die Kreuzungen besser, bei anderen schlechter ab. Die Wissenschaftler kamen entsprechend nicht zu dem Ergebnis, dass diese Designer-Kreuzungen grundsätzlich gesünder seien – aber ebenso wenig, dass sie grundsätzlich kränker seien. (PLOS)

Und genau diese Differenzierung finde ich wichtig.

Kreuzung bedeutet nicht automatisch Gesundheit.
Rassehund bedeutet nicht automatisch Krankheit.

Entscheidend ist vielmehr:

Welche Elterntiere wurden eingesetzt?

Wie wurden sie untersucht?

Welche Erkrankungen kommen in ihren Familien vor?

Welche genetischen Risiken tragen sie?

Wie sorgfältig wurde die Verpaarung geplant?

🩺 Ein DNA-Test allein macht noch keine verantwortungsvolle Zucht

Ein Punkt, der mir persönlich besonders wichtig ist:

Bei jeder geplanten Verpaarung sollte man die gesundheitlichen Risiken beider beteiligten Rassen kennen.

Es reicht meiner Meinung nach nicht, einen möglichst großen DNA-Test durchführen zu lassen und anschließend zu schreiben:

„Full Panel Clear.“

DNA-Tests können unglaublich wertvoll sein.

Aber sie erfassen nur die Erkrankungen oder Varianten, auf die tatsächlich getestet wurde und für die entsprechende genetische Zusammenhänge bekannt sind.

Je nach Rasse gehören deshalb weitere Untersuchungen dazu.

Beispielsweise:

Augenuntersuchungen,
Untersuchungen von Hüfte und Ellenbogen,
Patella-Untersuchungen,
Herzuntersuchungen,
weitere rassespezifische Tests
und natürlich eine kritische Betrachtung des gesamten Hundes.

Denn verantwortungsvolle Zucht besteht nicht aus einem Laborbericht.

Sie besteht aus einem Gesamtbild.

📚 Zucht bedeutet für mich: Generationen kennen

Hier liegt für mich einer der größten Unterschiede zwischen bloßer Vermehrung und wirklicher Zuchtarbeit.

Wenn ich eine Verpaarung plane, interessiert mich nicht ausschließlich:

Ist die Mutter schön?

und

Ist der Vater schön?

Mich interessiert das, was dahinter liegt.

Wie sind die Eltern?

Wie sind deren Geschwister?

Wie waren die Großeltern?

Welche Eigenschaften treten innerhalb bestimmter Linien immer wieder auf?

Welche gesundheitlichen Auffälligkeiten gab es?

Welche Größen fallen?

Wie entwickelt sich das Wesen?

Welche Stärken werden zuverlässig weitergegeben?

Wo sehe ich Schwächen?

Welche Linien ergänzen sich?

Welche Kombination möchte ich vermeiden?

Wie haben sich bereits vorhandene Nachkommen entwickelt?

Genau darin steckt für mich ein wesentlicher Teil verantwortungsvoller Zucht.

Die genetische Zusammensetzung moderner Hunderassen ist stark durch deren Zuchtgeschichte geprägt; innerhalb vieler Rassen existieren lange gemeinsam vererbte Genabschnitte sowie bestimmte rassetypische Erkrankungsrisiken. (Nature)

Deshalb denke ich bei einer Verpaarung nicht nur an den kommenden Wurf.

Ich denke im Idealfall weiter.

Was bedeutet diese Verpaarung für die nächste Generation?

Und für die Generation danach?

🌳 Ein Stammbaum ist mehr als eine Liste schöner Namen

Für mich ist ein Pedigree kein dekoratives Blatt Papier.

Es ist eine Informationsquelle.

Natürlich kann ein Stammbaum nicht alles vorhersagen.

Aber über Jahre aufgebaute Kenntnisse über bestimmte Linien können unglaublich wertvoll sein.

Wenn man weiß:

welche Hunde besonders langlebig waren,

wo bestimmte Erkrankungen aufgetreten sind,

welche Charaktereigenschaften sich gehäuft haben,

welche Kombinationen bereits gut funktioniert haben,

welche Probleme Nachkommen entwickelt haben,

dann fließen diese Informationen in zukünftige Zuchtentscheidungen ein.

Genau deshalb empfinde ich es als schwierig, wenn bei einer Trendkreuzung hauptsächlich zwei individuelle Hunde betrachtet werden und das langfristige züchterische Konzept dahinter kaum vorhanden ist.

💰 Wenn aus einem Trend ein Geschäftsmodell wird

Und dann kommen wir zu einem Punkt, den ich persönlich besonders kritisch sehe:

Geld.

Natürlich darf ein Züchter Geld für einen Welpen verlangen.

Gute Zucht kostet Geld.

Gesundheitsuntersuchungen kosten Geld.

Deckrüden, Fahrten, Zuchtzulassungen, Tierarzt, Progesterontests, Geburt, mögliche Notfälle, hochwertiges Futter, Ausstattung, Chip, Impfung, Registrierung, Aufzucht und Sozialisation kosten Geld.

Und hinter einem guten Wurf stecken außerdem unzählige Stunden Arbeit.

Darum geht es mir überhaupt nicht.

Problematisch wird es für mich dann, wenn ich den Eindruck bekomme:

Man nehme zwei momentan extrem gefragte Rassen.

Man verpaare sie.

Man verbindet deren Namen.

Man vermarktet das Ergebnis als etwas besonders Exklusives.

Und anschließend verlangt man einen entsprechend hohen Preis.

Aus:

Australian Shepherd + Pudel

wird dann beispielsweise:

Aussiedoodle.

Aus:

Labrador + Pudel

wird:

Labradoodle.

Aus:

Berner Sennenhund + Pudel

wird:

Bernedoodle.

Und der neue Name vermittelt schnell den Eindruck, es handele sich bereits um einen genau definierten Hundetyp mit zuverlässig vorhersehbaren Eigenschaften.

Das sehe ich kritisch.

Denn:

Ein kreativer Name ersetzt kein Zuchtprogramm.

🐶 Ein Mischling bleibt dadurch kein schlechterer Hund

Auch das möchte ich ganz deutlich sagen.

Wenn ich den Begriff Mischling verwende, ist das für mich überhaupt keine Abwertung.

Ganz im Gegenteil.

Ein Mischlingshund kann ein außergewöhnlich toller Hund sein.

Was ich aber schwierig finde, ist die Vorstellung, dass man einer Kreuzung unbedingt einen neuen Namen geben muss, damit sie hochwertiger, exklusiver oder begehrenswerter erscheint.

Für mich persönlich bleibt beispielsweise eine bewusste Verpaarung aus Australian Shepherd und Labrador zunächst einmal eine Kreuzung dieser beiden Rassen.

Der Hund selbst wird durch den Begriff „Aussiedor“ weder besser noch schlechter.

Aber der Name darf meiner Meinung nach nicht dazu führen, dass Käufer glauben, sie erhielten einen bereits über viele Generationen gefestigten Hundetyp.

🧠 Und was ist mit dem Wesen?

Gerade dieser Bereich wird meiner Meinung nach bei Designer-Kreuzungen häufig unterschätzt.

Viele Menschen suchen heute nach dem perfekten Familienhund:

freundlich,
intelligent,
sportlich, aber nicht zu sportlich,
verschmust,
leicht erziehbar,
kinderlieb,
verträglich,
möglichst wenig Jagdtrieb,
nicht zu sensibel,
aber trotzdem aufmerksam,
und natürlich unkompliziert.

Nur:

Diesen Hund kann niemand genetisch bestellen.

Jede beteiligte Rasse bringt eigene ursprüngliche Aufgaben und Verhaltensanlagen mit.

Bei einer Kreuzung verschwinden diese Anlagen nicht automatisch.

Im Gegenteil: Sie können in unterschiedlichsten Kombinationen auftreten.

Genau deshalb sollte man sich vor dem Kauf eines Hybridwelpen nicht nur fragen:

„Wie sieht der Hund später aus?“

sondern:

„Könnte ich mit dem gesamten Spektrum der Eigenschaften beider Ausgangsrassen leben?“

Diese Frage halte ich für wesentlich wichtiger.

🌱 Bedeutet das, dass Kreuzungen grundsätzlich falsch sind?

Nein.

Und hier möchte ich ganz bewusst differenzieren.

Gezielte Einkreuzungen können züchterisch durchaus sinnvoll sein.

Wenn eine Population beispielsweise unter einer sehr geringen genetischen Vielfalt oder bestimmten schwerwiegenden Gesundheitsproblemen leidet, können wissenschaftlich geplante Outcross-Projekte eine Möglichkeit darstellen, neue genetische Vielfalt einzubringen.

Genetische Diversität ist für die langfristige Gesundheit von Hundepopulationen ein wichtiger Faktor. Untersuchungen zeigen auch, dass ein zu aggressiver Ausschluss sämtlicher Träger einzelner rezessiver Erkrankungen die genetische Vielfalt einer Population zusätzlich reduzieren kann. Deshalb gehört populationsgenetisches Denken zu verantwortungsvoller Zucht. (Nature)

Aber genau hier liegt für mich der Unterschied.

Ein langfristig geplantes Outcross-Programm verfolgt ein konkretes Ziel.

Beispielsweise:

genetische Vielfalt erhöhen,

eine gesundheitlich problematische Eigenschaft zurückdrängen,

eine Population langfristig stabilisieren,

und anschließend über mehrere Generationen beobachten, selektieren und dokumentieren.

Das ist etwas vollkommen anderes als:

„Aussiedoodles sind gerade gefragt – also machen wir Aussiedoodles.“

❤️ Was bedeutet verantwortungsvolle Zucht für mich persönlich?

Für mich bedeutet Zucht nicht, möglichst viele Welpen zu produzieren.

Und Zucht bedeutet für mich auch nicht, möglichst ausgefallene Farben, ungewöhnliche Kombinationen oder besonders trendige Hunde anbieten zu können.

Zucht bedeutet für mich:

🧬 Genetik verstehen

📖 Abstammungen und Linien kennen

🩺 Gesundheit untersuchen und dokumentieren

🐕 Wesen und Alltagstauglichkeit berücksichtigen

👀 nicht nur Schönheit, sondern den gesamten Hund beurteilen

🤝 Verpaarungen sinnvoll auswählen

📊 langfristig und über mehrere Generationen denken

🏡 Welpen bestmöglich auf das Leben vorbereiten

👨‍👩‍👧‍👦 passende Familien auswählen

☎️ auch nach dem Verkauf Ansprechpartner bleiben

❤️ Verantwortung für jedes Leben übernehmen, das man bewusst in diese Welt setzt

Und manchmal bedeutet verantwortungsvolle Zucht auch:

nicht zu züchten.

Nicht jede mögliche Verpaarung muss gemacht werden.

Nicht jeder schöne Hund muss in die Zucht.

Nicht jede Nachfrage muss bedient werden.

🐾 Warum es bei Soulmates Diamonds keine Trendkreuzungen geben wird

Natürlich könnte ich meinen Mini Aussie mit einem Pudel, Labrador oder einer anderen aktuell gefragten Rasse verpaaren.

Und vielleicht gäbe es dafür sogar eine große Nachfrage.

Aber Nachfrage allein ist für mich kein Zuchtziel.

Mein persönlicher Anspruch ist es, mich innerhalb meiner Rasse intensiv mit Genetik, Gesundheit, Wesen, Linien und Entwicklung auseinanderzusetzen.

Ich möchte wissen, warum ich eine bestimmte Verpaarung plane.

Ich möchte ein Ziel damit verfolgen.

Und ich möchte auch Jahre später noch nachvollziehen können, was aus dieser Entscheidung entstanden ist.

Deshalb werde ich keinen Mini Aussie mit einer anderen Rasse kreuzen, nur weil die daraus entstehenden Welpen gerade besonders gefragt wären.

Das ist nicht mein Verständnis von Zucht.

🔎 Mein Appell an zukünftige Welpenkäufer

Ganz egal, ob ihr euch für einen Rassehund oder einen Mischling entscheidet:

Schaut genauer hin.

Lasst euch nicht allein von wunderschönen Fotos, außergewöhnlichen Farben oder modernen Bezeichnungen überzeugen.

Und lasst euch bitte auch nicht mit Aussagen abspeisen wie:

„Mischlinge sind sowieso gesünder.“

„Die Eltern waren immer gesund.“

„Unsere Hunde brauchen keine Untersuchungen.“

„Das Beste aus beiden Rassen.“

„Diese Hunde haaren nicht.“

„Perfekter Familienhund.“

„Absolut unkompliziert.“

Ein seriöser Züchter sollte Fragen nicht als Angriff empfinden.

Im Gegenteil.

Fragt nach.

❓ Fragen, die ich jedem Welpenkäufer ans Herz legen würde

Warum wurde genau diese Verpaarung gewählt?

Welches züchterische Ziel steckt dahinter?

Welche Gesundheitsuntersuchungen besitzen Mutter und Vater?

Darf ich die Befunde sehen?

Welche rassespezifischen Erkrankungen gibt es bei beiden Ausgangsrassen?

Wurde auf diese Risiken untersucht?

Wie alt sind die Elterntiere?

Wie ist ihr Wesen?

Kann ich zumindest die Mutter kennenlernen?

Wie werden die Welpen aufgezogen?

Wie werden sie sozialisiert?

Welche Alltagsreize lernen sie kennen?

Wie werden die zukünftigen Familien ausgewählt?

Kennt der Züchter seine Linien?

Gibt es Informationen über Eltern, Großeltern, Geschwister und vorherige Nachkommen?

Kann der Züchter auch über Schwächen seiner Hunde sprechen?

Was passiert, wenn der Hund später nicht mehr bei mir bleiben kann?

Bleibt der Züchter auch nach dem Kauf Ansprechpartner?

Und vielleicht die wichtigste Frage überhaupt:

Kann mir der Züchter erklären, warum diese Verpaarung sinnvoll ist – ohne Schönheit, Seltenheit, Nachfrage oder Verkaufspreis als Hauptargument zu nennen?

🚩 Für mich persönlich wären folgende Aussagen Warnsignale

„Diese Kreuzung ist automatisch gesünder.“

„Der Hund bekommt nur die besten Eigenschaften beider Rassen.“

„Bei Mischlingen braucht man keine Gesundheitsuntersuchungen.“

„Der Welpe wird garantiert nicht haaren.“

„Garantiert für Allergiker geeignet.“

„Diese Hunde haben keine rassetypischen Krankheiten.“

„Unsere Welpen sind besonders exklusiv und deshalb so teuer.“

„Gesundheitsunterlagen können wir leider nicht zeigen.“

Oder wenn schlicht niemand erklären kann, warum genau diese beiden Hunde miteinander verpaart wurden.

💭 Mein Fazit

Ich weiß, dass dieses Thema polarisiert.

Und noch einmal:

Dieser Beitrag richtet sich nicht gegen Mischlingshunde.

Er richtet sich auch nicht gegen Menschen, die einen Labradoodle, Aussiedoodle, Cockapoo, Cavapoo oder eine andere Kreuzung besitzen und diesen Hund von Herzen lieben.

Jeder dieser Hunde ist ein Individuum und verdient genau dieselbe Liebe, Fürsorge und Wertschätzung wie jeder andere Hund.

Meine Kritik beginnt dort, wo aus einem Lebewesen ein Trendprodukt wird.

Wo mit genetischen Versprechen gearbeitet wird, die niemand garantieren kann.

Wo ein moderner Name ein durchdachtes Zuchtkonzept ersetzen soll.

Wo Gesundheitsuntersuchungen fehlen.

Wo Charaktereigenschaften pauschal versprochen werden.

Oder wo zwei gerade gefragte Rassen hauptsächlich deshalb miteinander verpaart werden, weil sich das Ergebnis besonders gut vermarkten lässt.

Denn am Ende tragen wir als Züchter eine enorme Verantwortung.

Nicht nur für einen süßen acht Wochen alten Welpen.

Sondern im besten Fall für einen Hund, der seine Familie die nächsten zehn, zwölf, vierzehn oder vielleicht noch mehr Jahre begleitet.

Und genau deshalb sollte Zucht für mich niemals nur die Frage beantworten:

„Was lässt sich gerade gut verkaufen?“

Sondern vielmehr:

„Was kann ich verantworten?“

Ein Mischlingshund kann ein fantastischer Hund sein. ❤️

Aber ein schöner Name macht noch keine Rasse.

Ein hoher Preis macht noch keine hochwertige Zucht.

Ein DNA-Test allein macht noch keinen verantwortungsvollen Züchter.

Und zwei großartige Rassen ergeben nicht automatisch nur die besten Eigenschaften aus beiden Welten.

Zucht sollte keinem Trend folgen.

Zucht sollte einem Ziel folgen.

Und vor allem:

Zucht sollte Verantwortung folgen. 🧬🐾

Soulmates Diamonds Mini Aussies
Zucht mit Wissen, Herz und Verantwortung.

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